Förderkompass

Übersicht und Hinweise

Die Sanierung, Modernisierung oder Umnutzung bestehender Gebäude leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der regionalen Baukultur und zur nachhaltigen Entwicklung unserer Orte. Für viele Vorhaben stehen verschiedene Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Der Förderkompass bietet einen ersten Überblick über ausgewählte Programme und Anlaufstellen. Er soll Eigentümerinnen und Eigentümern, Vereinen, Unternehmen sowie Kommunen dabei helfen, passende Fördermöglichkeiten für ihre Projekte zu finden. Bitte beachten Sie, dass die Förderbedingungen regelmäßig angepasst werden und eine individuelle Beratung empfehlenswert ist.

LEADER

Die LEADER-Förderung unterstützt Projekte, die zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums beitragen und einen Mehrwert für die Region schaffen. In der Wartburgregion können beispielsweise Maßnahmen zur Innenentwicklung, die Umnutzung von Leerständen, die Sicherung regionaltypischer Bausubstanz oder die Aufwertung von Ortskernen gefördert werden. Sowohl Kommunen als auch Vereine, Unternehmen und Privatpersonen können unter bestimmten Voraussetzungen Anträge stellen. Die Förderung beträgt in der Regel bis zu 60% der förderfähigen Kosten, wobei die maximale Zuschusshöhe bei 50.000€ liegt. Die Projektaufrufe erfolgen regelmäßig durch die Regionale Aktionsgruppe (RAG) Wartburgregion. Interessierte sollten sich daher frühzeitig über aktuelle Fristen informieren und bereits in der Planungsphase Kontakt mit dem Regionalmanagement aufnehmen.

Regionalbudget

Mit dem Regionalbudget werden kleinere Projekte unterstützt, die das Leben in den Dörfern und Gemeinden stärken. Gefördert werden beispielsweise die Aufwertung öffentlicher Räume, die Ausstattung von Dorfgemeinschaftshäusern, kleinere bauliche Maßnahmen oder Anschaffungen für Vereine und Initiativen. Die Förderung beträgt 80% der Gesamtkosten , wobei der maximale Zuschuss bei 16.000€ liegt. Die Projektaufrufe erfolgen in der Regel im März. Da die Maßnahmen innerhalb desselben Jahres umgesetzt und abgerechnet werden müssen, eignet sich das Regionalbudget besonders für kleinere, schnell realisierbare oder ergänzende Vorhaben.

Dorfentwicklung

Die Förderung der Dorfentwicklung unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Sanierung und Erhaltung ortsbildprägender Gebäude. Ziel ist es, gewachsene Ortskerne zu stärken, historische Bausubstanz zu erhalten und Leerstände wieder einer Nutzung zuzuführen. Gefördert werden unter anderem Fassaden-, Dach- und Fenstersanierungen, die Instandsetzung von Hofanlagen oder die Umnutzung historischer Gebäude. Die Förderquote liegt häufig zwischen 30 und 35 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Voraussetzung ist in der Regel, dass sich das Gebäude innerhalb eines anerkannten Förderschwerpunktes der Dorfentwicklung befindet. Da die Antragsverfahren über die Kommunen begleitet werden, empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung.

Städtebauförderung

Die Städtebauförderung zählt zu den wichtigsten Instrumenten für die Entwicklung von Ortskernen und historischen Siedlungsbereichen. Über die Programme von Bund und Ländern können Kommunen öffentliche Räume aufwerten, Brachen entwickeln, Leerstände aktivieren oder private Sanierungsmaßnahmen unterstützen. In förmlich festgelegten Sanierungsgebieten oder Fördergebieten können oftmals auch private Eigentümer von Zuschüssen für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen profitieren. Die konkreten Fördermöglichkeiten unterscheiden sich je nach Kommune und Fördergebiet.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude ist heute eines der wichtigsten Instrumente für die Modernisierung des Gebäudebestands. Gefördert werden Einzelmaßnahmen wie Dach-, Fassaden- oder Kellerdeckendämmungen ebenso wie umfassende Sanierungen zum Effizienzhaus. Besonders bei älteren Gebäuden kann die Kombination aus energetischer Sanierung und Erhalt der regionalen Baukultur einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Nutzung leisten.

EigenheimPlus

Mit dem Programm „EigenheimPlus“ unterstützt der Freistaat Thüringen den Erwerb und die Modernisierung von selbst genutztem Wohneigentum. Das Förderangebot richtet sich insbesondere an Menschen, die bestehende Gebäude erwerben und modernisieren möchten. Dadurch soll die Nutzung vorhandener Bausubstanz gestärkt und die Innenentwicklung der Städte und Dörfer gefördert werden. Die Unterstützung erfolgt über zinsgünstige Darlehen von bis zu 150.000 Euro. Anträge können grundsätzlich fortlaufend bei der Thüringer Aufbaubank gestellt werden, solange entsprechende Fördermittel zur Verfügung stehen. Das Programm eignet sich besonders für Familien und private Bauherren, die einen Leerstand erwerben und langfristig als Wohnraum nutzen möchten. Die Antragstellung muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen.

KfW- und BAFA-Förderung

Wer ein Gebäude energetisch modernisieren möchte, kann auf verschiedene Förderprogramme des Bundes zurückgreifen. Über die KfW und das BAFA werden Maßnahmen wie die Dämmung von Dach und Fassade, der Austausch von Fenstern, die Installation energieeffizienter Heizsysteme oder umfassende Effizienzhaus-Sanierungen unterstützt. Je nach Maßnahme können Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite in Anspruch genommen werden. Die Förderhöhe variiert je nach Programm und kann einen erheblichen Teil der Investitionskosten abdecken. Wichtig ist, dass die Förderanträge grundsätzlich vor Beginn der Bauarbeiten gestellt werden. Gerade bei älteren Gebäuden können die Bundesförderungen einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung einer nachhaltigen Modernisierung leisten.

Denkmalförderung

Historische und denkmalgeschützte Gebäude prägen vielerorts das Gesicht der Wartburgregion und tragen wesentlich zur regionalen Baukultur bei. Um diese wertvolle Bausubstanz zu erhalten, stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Unterstützt werden beispielsweise die Sanierung von Fassaden, Dächern, Fenstern oder konstruktiven Bauteilen sowie restauratorische Maßnahmen. Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem jeweiligen Vorhaben und den verfügbaren Haushaltsmitteln. Zusätzlich können häufig steuerliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden. Eigentümerinnen und Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude sollten sich frühzeitig mit der zuständigen Denkmalbehörde abstimmen, um Fördermöglichkeiten und Anforderungen rechtzeitig in die Planung einzubeziehen.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Neben den öffentlichen Fördermitteln unterstützt auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Eigentümer historischer Gebäude. Gefördert werden insbesondere Maßnahmen an besonders erhaltenswerten Baudenkmalen, wenn deren Erhalt gefährdet ist oder eine besondere kulturelle Bedeutung besteht.

Fördermittel für Baukulturprojekte

Für Initiativen, Vereine und Kommunen gibt es zudem immer wieder projektbezogene Förderaufrufe von Einrichtungen wie der Bundesstiftung Baukultur, der Stiftung Baukultur Thüringen oder verschiedenen Stiftungen. Gefördert werden dabei häufig Ausstellungen, Beteiligungsprozesse, Modellprojekte oder Veranstaltungen rund um Baukultur und Ortsentwicklung.